Gender Mainstreaming

Kriterienkatalog für gendergerechtes Bauen

Gender Mainstreaming - Eine Einführung

 

"Gender" versteht sich nicht als biologisches Geschlecht, sondern bezeichnet die sozial konstruierte Geschlechterrolle von Mann und Frau mit all ihren gesellschaftlich und kulturell geprägten Eigenschaften. "Mainstreaming" bedeutet, dass etwas, dem bislang nicht grosses Interesse beigemessen wurde, zum normalen und selbstverständlichen Handlungsmuster und zu einem zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht wird.

 

Frauen und Männer haben in vielen Bereichen unterschiedliche Verhaltensweisen, Interessen und Bedürfnisse. Mittels Gender Mainstreaming sollen diese in gleicher Weise berücksichtigt, anerkannt und gefördert werden. Es geht also nicht darum, die Bemühungen um die Chancengleichheit auf Sondermassnahmen für Frauen zu beschränken, sondern die männliche und die weibliche Vielfalt zu nutzen, um bedarfsgerechtere Lösungen in allen Lebensbereichen zu finden. Gender Mainstreaming betrifft somit beide Geschlechter und das Verhältnis zueinander; es ist eine gesellschaftliche Frage und kein Frauenproblem.

 

Gendergerechtes Bauen = Bedürfnisgerechtes Bauen

 

Gendergerechtes Bauen erfordert die Erkenntnis, dass die BenutzerInnen eines Gebäudes individuelle und somit unterschiedliche Bedürfnisse haben. Einerseits weisen Männer und Frauen (im weiteren auch Kinder, Betagte und Behinderte) von Natur aus körperliche Unterschiede auf, anderseits wurden diese durch das gesellschaftliche Rollenverhalten über Jahrtausende geprägt. So haben Frauen und Männer unterschiedliche Denkweisen, verhalten sich in vergleichbaren Situationen anders, finden verschiedene gesellschaftliche Bedingungen vor, nehmen unterschiedlich wahr, haben andere Bedürfnisse und Sichtweisen, fühlen anders und messen den Dingen eine unterschiedliche Bedeutung bei.

 

Gendergerechtes Bauen bedeutet eine neue Strategie der Qualitätssicherung und

  • entwicklung für die Planung und eröffnet die Chance, den bisher vernachlässigten Themenbereich der gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechterrollen von Frauen und Männer aufzugreifen.

 

 

 

Datenbank

 

Der Download enthält einen Kriterienkatalog mit verschiedenen Themen und deren Auswertung, sowie eine Bewertung des Baudepartements des Kantons St. Gallen als Beispiel für ein Verwaltungsgebäude. Er wurde 2005 - 2006 von einem paritätisch zusammengesetzten Team erarbeitet. Die vier Kadermitglieder aus Hoch-, Tiefbau und der Rechtsabteilung wurden darin von zwei externen Architektinnen unterstützt. Gewählt wurde eine pragmatische Vorgehensweise.

Die vorliegende Datenbank erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll eher Grundlage sein für ein zukünftiges Erarbeiten weiterer Kriterien und Lösungsansätze, sowie für die Bewertung anderer Gebäude.

 

Die Entwicklerversion der Datenbank ist demnächst erhältlich.

 

Damit wir Sie über den neuesten Stand, bzw. aktuelle Anlässe informieren können, bitten wir Sie um einige Angaben zu Ihrer Person, die Demoversion der Datenbank ist danach direkt ladbar.



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Kontaktadresse

Hochbauamt des Kanton St.Gallen

Stefan Knobel, Dipl. Arch. HTL / NDS

Lämmlisbrunnenstrasse 54

CH-9001 St.Gallen