
Klanghaus Toggenburg
Die Thesenkonkurrenz wurde im selektiven Verfahren in Anwendung von Art. 12 Abs. 1 Bst b der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (sGS 841.32; abgekürzt IVöB) sowie Art. 24 und Art. 39 Abs. 1 Bst a der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 21. April 1998 (sGS 841.11; abgekürzt VöB) durchgeführt.Alle einzureichenden Unterlagen waren in deutscher oder englischer Sprache zu verfassen. Die Präsentation der Arbeiten durch den Verfasser wurden in deutscher oder englischer Sprache geführt.Das Verfahren wurde in deutscher Sprache geführt.
Das Preisgericht schlug dem Auftraggeber vor, folgende sechs Teams zur Teilnahme an der Thesenkonkurrenz einzuladen:
- SANAA, 1-5-27, Tatsumi, Koto-ku, 135-0053 Tokio
- J .Miller & Maranta, Schützenmattstrasse 31, 4051 Basel, CH
- Marcel Meili, Markus Peter Architekten, Gartenhofstrasse 15, 8004 Zürich, CH
- Caruso St John Architects, 1 Coate Street, London, UK
- Steven Holl Architects, 450 West 31st Street, 11th Floor, NY 10001 New York, USA
- SNØHETTA, Skur 39, Vippetangen, 0150 Oslo, N
Die sechs ausgewählten Teams wurden eingeladen, ihre Teilnahme und die fristgerechte und vollständige Abgabe der These zu bestätigen oder die Absage schriftlich bekannt zu geben.Das Preisgericht empfahl dem Auftraggeber, bei Absage eines eingeladenen Teilnehmers, die nachstehende Bewerberin zur Teilnahme zuzulassen: Graber Pulver Architekten AG, Sihlquai 75, 8005 Zürich, CH
Alle 6 eingeladenen Teilnehmer haben fristgerecht Ihre Teilnahme schriftlich bestätigt.
Das Preisgericht konnte zur Kenntnis nehmen, dass alle eingeladenen Teilnehmer ihre These vollständig und termingerecht eingereicht hatten. Am 14. April 2010 stellten die Verfasser ihre These persönlich vor.
Nach eingehender Diskussion beschloss das Preisgericht mit grosser Mehrheit, dem Auftraggeber das Team
Marcel Meili, Markus Peter Architekten
für die weitere Planung und Realisierung des Klanghauses zu empfehlen.
Ihre These vermochte das Preisgericht am umfassendsten zu überzeugen: durch ihre Einfühlung in die Aufgabe, durch die präzisen, mitunter überraschenden Erkenntnisse, die daraus gewonnen wurden, aber auch durch die kenntnisreiche Auseinandersetzung mit dem geografischen und dem kulturellen Ort.
Bestellung Bericht des Preisgerichts
Öffentlicher Informationsanlass
Am 19. August 2010 wird ein öffentlicher Informationsanlass in Wildhaus durchgeführt, um über die Resultate der Thesenkonkurrenz und über das weitere Vorgehen zu informieren. Die siegreichen Architekten werden ihre These der interessierten Bevölkerung und den Medien vorstellen.
Donnerstag, 19. August 2010, 20.00 Uhr
Mehrzweckgebäude Chuchitobel, Steinrütistrasse, 9658 Wildhaus
KlangWelt
Im Jahr 1993 lancierte der Musiker Peter Roth am Schwendisee Kurse, um die wichtigsten Formen der Musikkultur zwischen Säntis und Churfirsten zu vermitteln: den Naturjodel, den Alpsegen und die Schellen als Elemente der Alpkultur, das Hackbrett als naturtöniges Saiteninstrument in der Tanzmusik. Kennzeichnend für diese einzigartige, in der einheimischen Bevölkerung stark verwurzelte Klangkultur sind die untemperierten Naturtöne, welche überraschende Verbindungen zu anderen Musikkulturen in Europa, Afrika und Asien herstellen.
Gerade solche Brückenschläge zwischen lokaler und fremder Kultur, aber auch die Spannungsverhältnisse zwischen Tradition und Avantgarde, zwischen Spiritualität und Alltäglichkeit, zwischen freiem Experiment und strenger Form machen die Lebendigkeit der «KlangWelt Toggenburg» aus.
Unter diesem Namen wurden in den letzten Jahren immer weitere Aktivitäten und Angebote zusammengefasst.
Ort
Die Kultur dieser Gegend ist Ausgangspunkt der KlangWelt Toggenburg und ein besonderer Ort wird ihr Brennpunkt: der Schwendisee oberhalb des Dorfes Unterwasser, ein landschaftlich einzigartiger Ort am Rand des Siedlungsgebiets.
Die Mulde rund um den See, gesäumt von stillen Mooren, bildet ein natürlicher Klangraum. Als einziges Gebäude am See steht heute ein kleines Hotel, in dem in den letzten Jahren schon viele Klangkurse stattfanden. Leicht erhöht, überblickt es zugleich den See vor sich und das Dorf hinter sich. An dieser Stelle soll das Klanghaus entstehen.
Klanghaus
Das Klanghaus soll der wichtigste Ort der KlangWelt Toggenburg werden: ein einmaliger Anziehungspunkt inmitten der Natur, für Proben, Aufnahmen, Kurse, für Forschung und Experiment, mit einer exzellenten Akustik und professionellen Aufnahmemöglichkeiten.
Das Zentrum des Klanghauses soll ein Klangraum mit engem räumlichem Bezug zum Schwendisee sein. Der Landschaftsbezug wird die Intensität und Dichte der musikalischen Auseinandersetzung steigern und inspirieren. Die stille Klausur wird hier ebenso Platz finden wie die Begegnung mit anderen Musizierenden und den Menschen dieser Landschaft.
Thesenkonkurrenz
Die Musik, ja die Klänge, die in dieser Landschaft ihre Wurzeln haben, sind Ausgangspunkt der Initiative «Klangwelt Toggenburg», der nun mit dem Klanghaus eine architektonische Fassung gegeben werden soll. Das KlangHaus bezeichnet gleichsam den Ort, an dem sich verschiedene Räume überlagern: landschaftlicher Raum, akustischer und architektonischer. Diese Räume sind von unterschiedlicher Flüchtigkeit.
Das Beziehungsfeld von Klang und Landschaft wird unter Einbezug der Architektur gleichsam zum Dreieck erweitert.
Die neu hinzugekommenen Relationen – die Beziehung von Architektur und Klang und das Verhältnis von Architektur und Landschaft – sollen Gegenstand der Thesen werden, welche die Teilnehmenden entwickeln.