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Bundesverwaltungsgericht St.Gallen

Architekturwettbewerb für das Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen ist entschieden

 

Frauenfelder und Berliner Architekten als Sieger

Der Projektwettbewerb für das Bundesverwaltungsgericht und die Wohnüber-bauung Chrüzacker in St.Gallen ist entschieden. Am 5. November hat das international zusammengesetzte Preisgericht seinen Schlussbericht verfasst. Dabei wurden für den Neubau des Bundesverwaltungsgerichts das Projekt „auf Rosen gebettet“ und für die Wohnüberbauung das Projekt "Gerichtslinde am Rosenberg, St.Gallen" mit dem ersten Rang ausgezeichnet.

Im Juni 2002 haben die Eidgenössischen Räte die Stadt St.Gallen als Sitz des neuen Bundesverwaltungsgerichts bestimmt und somit dem politischen Willen, staatliche Institutionen zu dezentralisieren, Ausdruck verliehen. Die Schaffung des neuen Bundesverwaltungsgerichts hat zum Ziel, verschiedene Rechtsinstitutionen unter einem Dach zu vereinen und eine gemeinsame Gerichtskultur zu fördern. Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfügungen der Bundesverwaltung. Es wird die heutigen eidgenössischen Rekurskommissionen sowie die Beschwerdedienste der Departemente ersetzen.

 

Die Grösse des Bauvorhabens und die komplexe städtebauliche Herausforderung an diesem Standort haben das kantonale Baudepartement und das BBL veranlasst, einen zweistufigen anonymen Projektwettbewerb im offenen Verfahren auszuschreiben. Aufgabe dieses Wettbewerbes war die Planung des Bundesverwaltungsgerichts im verkehrstechnisch gut erschlossenen südlichen Bereich des Areals Chrüzacker mit insgesamt rund 31'300 m2 Fläche und zusätzlich die Planung einer Wohnüberbauung auf der für das Gerichtsgebäude nicht benötigten mindestens hälftigen Restfläche.

 

Die erste Wettbewerbsstufe sollte der Ideenfindung von städtebaulichen Lösungsmöglichkeiten dienen. Ebenso waren für das Bundesverwaltungsgericht grundrissliche Lösungsansätze und Aussagen zur Betriebsstruktur sowie für den Wohnteil Aussagen zur Wohnungstypologie, zum Nutzungsmass, zur Qualität und zur Wirtschaftlichkeit der Überbauung zu machen. Die Erkenntnisse aus der ersten Wettbewerbsstufe sollten in Form einer Präzisierung der Randbedingungen und des Raumprogramms in die Aufgabenstellung der Folgestufe 2 einfliessen. Das Wettbewerbsprogramm sah vor, etwa 20 Projekte für die Weiterbearbeitung in der Stufe 2 zu qualifizieren.

 

Im Rahmen der zweiten Wettbewerbsstufe wurden sowohl für das Bundesverwaltungsgericht als auch für die Wohnüberbauung vertiefte Aussagen, insbesondere zur Gestaltung der Bauten und Aussenräume, zur Grundriss- und Betriebsstruktur, zur Gebäudetechnik und zur Wirtschaftlichkeit erwartet.

 

Grosses internationales Interesse am Wettbewerb

Der Projektwettbewerb stiess auf grosses nationales und internationales Interesse. So sind Ende Januar 2005 insgesamt 197 Projektvorschläge zur Wettbewerbsstufe 1 eingegangen.

Das Preisgericht unter Vorsitz des Vorstehers des Baudepartementes befasste sich in einem mehrstufigen Ausscheidungsverfahren detailliert mit den eingegangenen anonymen Entwürfen und beurteilte diese nach den vorgängig festgelegten Kriterien. Schliesslich empfahl das Preisgericht dem Veranstalter 20 Projekte für die Weiterbearbeitung in der zweiten Wettbewerbsstufe. Die Verfasser der 20 qualifizierten Projekte erhielten Ende Mai 2005 eine Beurteilung ihres Projektes und das Wettbewerbsprogramm für die nachfolgende zweite Wettbewerbsstufe, die bis Mitte September 2005 abgeschlossen werden musste.

 

Anfang November 2005 befasste sich das Preisgericht unter Vorsitz des Vorstehers des Baudepartementes mit den zeitgerecht eingegangenen 19 Wettbewerbsprojekten. Gemäss Programmbestimmungen wurde dabei die Beurteilung der Aufgabenteile "Bundesverwaltungsgericht" und "Wohnüberbauung" getrennt durchgeführt.

 

Zwei Siegerprojekte

Für die Teilaufgabe "Neubau Bundesverwaltungsgericht" hat das Preisgericht einstimmig das Projekt "auf Rosen gebettet" der Verfasser Staufer & Hasler Architekten AG, Frauenfeld, mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Das Projekt sieht für das Gerichtsgebäude einen mehrgeschossigen "Turm" und ein in den Hang eingelassenes, flaches Basisgebäude vor. Die gesamte Gebäudestruktur ist übersichtlich geordnet und ermöglicht ein hohes Mass an Übersichtlichkeit und Flexibilität. Das sorgfältig ausgearbeitete Projekt überzeugt in allen Beurteilungskriterien.

 

Für die Teilaufgabe "Wohnüberbauung Chrüzacker" wurde der erste Preis dem Projekt "Gerichtslinde am Rosenberg, St.Gallen" des Berliner Architekten Dominik Uhrmeister zugesprochen. Das Projekt beinhaltet zehn villenartige, um einen zentralen Aussenraum organisierte Wohngebäude, die durch ein feingliedriges Fuss- und Radwegsystem mit dem Quartier verbunden sind und die Typologie und Charakteristik der benachbarten Bebauung optimal aufgreifen.

 

Die Regierung ist den Empfehlungen des Preisgerichts vollumfänglich gefolgt. Sie hat die Staufer & Hasler Architekten AG, Frauenfeld, mit der Weiterbearbeitung des Projektes für den Neubau des Bundesverwaltungsgerichts und den Architekten Dominik Uhrmeister, Berlin, mit der Ausarbeitung des Masterplans für die Wohnüberbauung und mit der Realisierung einer ersten Bauetappe beauftragt.

 

Inbetriebnahme im Jahr 2010

Der Terminplan für den Neubau des Bundesverwaltungsgericht ist sehr eng. Im Jahr 2010 sollen die neuen Räumlichkeiten bezugsbereit sein. Damit dies möglich ist, muss ein sehr straffer Planungs- und Ausführungsplan eingehalten werden. Im Jahr 2006 müssen sämtliche Planungs- und Bewilligungsverfahren durchgeführt werden, so dass spätestens Mitte 2007 mit den eigentlichen Bauarbeiten am Bundesverwaltungsgericht begonnen werden kann.

 

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